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Derek Landy

Skulduggery Pleasant - Auferstehung


 
»Skulduggery Pleasant - Auferstehung« von Derek Landy


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(5)

 
 
Fünf Jahre ist es jetzt her, dass Walküre als Darquise große Teile Roarhavens in Schutt und Asche gelegt hat und dabei über eintausend Menschen tötete. Von Schuld, Scham und Selbstzweifeln getrieben, zieht sie sich in die selbstgewählte Einsamkeit zuück und möchte von all der Zauberei und Magie nichts mehr wissen. Das geht so lange gut, bis Skulduggery höchstselbst zum Telefon greift und seine alte Freundin um Hilfe bittet. Es käme etwas großes und schlimmes auf alle zu, behauptet er. Eine Art Gegensanktuarium habe sich gebildet, bestehend aus üblen Magiern, ausgestatt mit brandgefährlichen Fähigkeiten. Sie wollen das amtierende Sanktuarium unter der Obhut der obersten Magierin China Sorrows stürzen, um dann einen neuen Krieg zwischen Menschen und Magiern anzuzetteln. Um dieses Ziel zu erreichen, soll eine mörderische Kriegerin aus der Vergangenheit (und Ex-Freundin von Skulduggery), Abyssinia, von den Toten wiedererweckt werden.

Walküre sagt ihre Hilfe zwar zu, gibt sich bei diesem neuen Job aber selbst 24 Stunden Zeit um herauszufinden, ob ihr die Arbeit mit Skulduggery und die Rückkehr in ihr altes Leben auch wirklich zusagt, oder ob sie mit all dem nun wirklich endgültig abgeschlossen hat. Ihr und Skuduggery steht diesmal ein neues Team hilfreich zur Seite, angeführt von dem zwar recht enthusiastischen, dafür aber auch recht naiven Omen Darkly.

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Da ist er also, der von so vielen Fans der Reihe erhoffte neue Roman rund um Skuldugerry Pleasent und seiner Freundin Walküre Unruh. Es hätte mich auch schwer gewundert, wenn Derek Landy nicht rückfällig geworden wäre und auf weitere Abenteuer der beiden verzichtet hätte. Solange die Leute nach weiteren Geschichten hungern und Herrn Landy die Ideen nicht ausgehen, besteht für ihn ja eigentlich kein Grund, die Serie einzustampfen und freiwillig auf Gehaltszahlungen seitens des Verlages zu verzichten. Die Frage, ob sich der neue Band nahtlos in die Serie einreiht, stellt sich nicht, denn zwischen dem neunten und zehnten Band liegen keine drei Jahre.

Die Storyline des Buches bietet eigentlich nicht viel neues. Walküre und Skulduggery müssen sich erneut mit jeder Menge fieser Leute herumschlagen, deren Ziel es wieder einmal ist einen Keil zwischen Menschen und Magiern zu treiben. Damit dies gelingt, soll ausgerechnet eine alte, tote Freundin von Skulduggery wiedererweckt werden. Also nicht unbedingt eine neue oder innovative Ausgangsposition. Was diesen Band jedoch etwas „anders“ macht als seine Vorgänger ist die Tatsache, dass sich der Skelettdetektiv diesmal auf der Seite der Bösen wiederfindet und gegen Walküre kämpft – unfreiwillig versteht sich.

Auch wenn sich im neunten Band die Reihen etwas gelichtet haben, trifft man hin und wieder doch ein paar bekannte Gesichter an. Fletcher Renn hat einen Kurzautritt, ebenso wie Dr. Synecdoche, China Sorrows zieht alle Fäden im Sanktuarium als oberste Magierin. Auch Clarabelle, sowie Scapegrace und Trasher, die nun alle drei eine Bar betreiben, werden zumindest namentlich erwähnt, genauso wie die überlebenden Toten Männer, die sich aber blöderweise entzweit haben. Im Lauf der Geschichte kommt mir jedoch öfters der Gedanke, dass Landy bewußt die alten Helden meidet, um eine neue Gruppe Mitstreiter rund um Skulduggery und die nun reifer und nachdenklicher gewordene Walküre zu etablieren.

Mit Never, einer jungen Teleporterin, Temper Fray, einem alten Bekannten von Skulduggery und dem erfrischend naiven Omen Darkly, Zwillingsbruder des Auserwählen Auger Darkly, steht dem Duo somit quasi die nächste Generation zur Seite. Mal sehen, ob Landy auch im Folgeband wieder auf diese Gruppe zurückgreift. Aber auch die Fieslinge rund um den mysteriösen Lethe sind nicht ohne. In ihren Reihen befinden sich unter anderem der Teleporter Nero und der brandgefährliche Smoke, ein Magier mit einer äußerst gefährlichen Gabe, der auch Skuduggery nichts entgegenzusetzen hat. Gekrönt wird die Gruppe von Abyssinia, der Ex-Freundin von Skulduggery, die von ihm zur Strecke gebracht und vermeintlich für alle Zeiten aus dem Verkehr gezogen wurde. Lethes Ziel ist es nun, Abyssinia wieder zurückzuholen, damit sie, wie früher auch, an der Spitze eines Heeres mordend durch die Weltgeschichte ziehen kann.

Erfrischend, wie immer, die Art und Weise wie Landy die Geschichte zu Papier bringt. Der triefende Sarkasmus, der Wortwitz und die unzähligen Wortgefechte zwischen allen Beteiligten machen das Buch wieder sehr lesenswert und äußerst kurzweilig. Man fühlt sich gleich wieder wie zu Hause. Natürlich geht es auch wieder recht brutal zu und Walküre wird ein ums andere Mal krankenhausreif geschlagen oder angeschossen. Nun ja, auch hier also nichts neues zu vermelden.

Neben der Haupthandlung, der Kampf gegen das Gegensanktuarium, gibt es noch ein paar Nebenschauplätze, deren Tragweite man im Moment aber noch nicht wirklich einordnen kann. Was es mit den Geschehnissen um den Präsidenten der USA oder mit Sebastain auf sich hat, wird hoffentlich an anderer Stelle geklärt werden, denn sonst ergeben beide Handlungsstränge nicht viel Sinn. Die Geschichte um Omen Darkly ist recht amüsant und auch wichtig. Als Bruder des Auserwählten ist er immer zu kurz gekommen, da sich in seiner Kindheit alles um Auger drehte. Dieses Gefühl „zu kurz gekommen zu sein“ versucht er nun dadurch zu kompensieren, dass er das Angebot von Skulduggery, ihm als Spitzel in der Corrival-Schule zu helfen, annimmt. Dadurch ergeben sich für ihn einige ziemlich gefährliche Abenteuer. Auch das Konfliktpotenzial zwischen der jungen Teleporterin Never, deren Familie bei dem Amoklauf von Darquise im neunten Band ums Leben gekommen ist, und Walküre, bieten einiges an Sprengstoff.

Das Ende des Buches ist sehr überhastet und schreit geradezu nach einer Fortsetzung (die aber wohl auch so geplant wurde). Gerade als Abyssinia im Coldheart-Gefängnis endlich von den Toten wiedererweckt wird und in das Geschehen eingreifen will, endet das Buch mit dem abrupten Verschwinden (wegteleportieren) unserer Helden. Auf der einen Seite zwar schade (der Finale Kampf hat nicht statt gefunden), auf der anderen Seite jedoch auch gut, denn so dürfte einem elften Band nichts mehr entgegenstehen. Walküre jedenfalls hat wieder Gefallen an der Arbeit mit Skuklduggery und für das Sanktuarium gefunden. Der Vereinigung des Traumpaares steht somit nichts mehr im Wege. Und das ist ja auch schon mal etwas.
 
 
 


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